GV-Protokolle und Gründer der Schweizer Lyoness-Firmen

Seit einigen Tagen geht im Forum Plattform-Lyoness.at die Post ab – fast kein Tag, an dem nicht interessante Dokumente veröffentlicht werden.

Da kann ich natürlich auch noch so das eine oder andere beitragen. Transparenz ist vor allem auch darum angebracht, weil die Lyonesen-Presseabteilung mal wieder im Pinocchio-Stil am 16. April 2013 ein Communiqué in die Welt setzte, bei dem schon der Name des attackierten Mediums nicht stimmte. So schrieb der PR-Experte Mathias Vorbach irgendwas von einem “Handelsblatt” in der Schweiz. Tja… gibts hier nicht.

Hier die erste Akte der Lyoness Holding Europe AG, welche die Gründer der Lyoness Holding Europe AG (heute Lyoness Europe AG) mit Aktienverteilung auflistet. Es dürfte sich um eine reine Strohmann-Gründung des Umfelds des Hubert Freidl gehandelt haben. Vielleicht um den Schein zu wahren, gab Freidl in einem Gerichtsprozess 2003 an, sich bei der Gründung des österreichischen Ablegers (der heutigen Lyoness-Austria GmbH) mit “Ackermann” abgesprochen zu haben. Mit anderen Worten gab er damit zu verstehen, er hätte von einem “Ackermann” Anweisungen eingeholt, es tönt so, als wäre dieser der “Boss” gewesen.

Doch das ist ziemlich zweifelhaft, schaut man sich mal an, was dieser “Ackermann” denn so macht und wer er ist.

Die Gründer der Lyoness Holding Europe AG waren lic. oec. HSG Iwan J. Ackermann, Vaduz, Max Meienberg, Steinhausen und die Centrapriv AG aus Zug, vertreten durch Uwe Proch, Obfelden. Iwan Ackermann ist der Inhaber der liechtensteinischen Treuhandfirma First Advisory, die 2009 dem Fürst von Liechtenstein die Treuhandabteilung der unter Druck stehenden LGT-Bank abkaufte. Sein Motto damals:  “Der Treuhandsektor wird sich umstellen müssen. Er wird nicht davon leben können, als einzige Dienstleistung die Steuerhinterziehung oder den Steuerbetrug anzubieten.” Die First Advisory ist also eine ziemliche Nummer im Ländle. Interessant ist, dass einerseits ein angesehener liechtensteinischer Treuhänder zur Gründung herangezogen wurde und andererseits Zuger Treuhänder in der Schweiz “mitgründeten” – was rechtlich gar nicht nötig gewesen wäre.

Die beiden anderen unterschrieben die Gründungsakten für die Centrapriv AG aus dem Kanton Zug. Die Aktienverteilung bei Gründung ist in den Dokumenten ersichtlich.

Die zweite Akte der Lyoness IMEA SA listet deren Gründer auf. Es ist dies die Lyoness International AG, vertreten durch Erwin Josef Hüsler. Dazu parkierte Hüsler das Kapital bei der Voralberger Landes- und Hypothekenbank AG in St. Gallen.

Die dritte Akte der Lyoness Greenfinity Foundation (Stiftung) zeigt, dass auch sie von der Lyoness International AG gegründet wurde. Diesmal aber vertrat der Oberverkäufer Hubert Freidl die Gründerin.

Die vierte Akte der Lyoness Child and Family Foundation (Stiftung) zeigt, dass sie ebenfalls von der Lyoness International AG gegründet wurde. Hier wurde sie wieder von Hüsler vertreten.

Die fünfte Akte ist ein Protokoll der Generalversammlung der Lyoness International AG vom 9. Juli 2012. Es zeigt unter anderem den Austritt der Revisionsstelle OBT und den Gewinnvortrag in der Höhe von einigen hunderttausend Franken.

Die sechste Akte besteht aus dem Protokoll der Generalversammlung der Lyoness Europe AG vom 15. Juli 2012. Es zeigt unter anderem, wie sich die Anwesenden eine Dividende von 3,2 Millionen Franken genehmigten.

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